Diese Beschreibung im Spiegel machte mich schon einigermaßen stutzig und manchmal ist es ja gut, einen Artikel etwas “abhängen” zu lassen. Dann fällt nämlich dem Journalisten vielleicht auf, dass das falsch interpretiert war und die OECD nicht gefordert hat, die staatliche Unterstützung für Geringverdiener zu kürzen, sondern die Sozialabgaben für Geringverdiener zu kürzen. Wenn man so will, fordert die OECD einen Einstieg in die progressive Gestaltung der Sozialabgaben.
Es ist nämlich quasi immer dumm, Schwellen in das System einzubauen. Bekommst du ALG II, darfst du bis 100 Euro Zuverdienst alles behalten, ab da werden allerdings 80% abgezogen. Das ist z.B. eine solche Schwelle.
Genau wie die 400 Euro, die man nahezu sozialabgabenfrei dazu verdienen (wenn man nicht unter ALG II fällt), aber danach wird zugelangt.
Solche Schwellen führen immer dazu, dass im ersten Fall nach Möglichkeit die 100 Euro, im zweiten Fall die 400 Euro ausgeschöpft werden und niemand mehr einen richtigen Anreiz hat, mehr dazuzuverdienen. Die Menschen bleiben dann in diesen schlecht bezahlten Teilzeit-Jobs hängen.
Und das kritisiert die OECD und zwar zu Recht.