Schlecht erklärend? Nicht unabhängig? Im Herdentrieb gefangen?
Diese Fragen versucht Anya Schiffrin von der Columbia University in ihrem neuen Buch zu klären.
Grundsätzlich ist sie der Meinung, dass die Berichterstattung in der Wirtschaftspresse deutlich zu positiv gewesen sei.
Allerdings hätten es die Finanzjournalisten auch nicht ganz einfach. Es seien in den USA bereits vor der Krise etwa ein Drittel der Stellen in den Redaktionen verloren gegangen.
Auch sei es quasi unmöglich, sich von den Experten eine Meinung einzuholen. Es gebe quasi nie eine gleiche Einschätzung eines Sachverhalts.
Es gebe eine Gruppe Wissenschaftler, die von der Wall Street vereinnahmt seien. In der zweiten Gruppe glaubten alle ausschließlich an effiziente Märkte (ergo gibt es auch keine Blasen). Und die dritte Gruppe, die glaubwürdig versuchten, die Probleme zu benennen und mal pro, mal kontra seien, sind klar in der Minderheit.
Dabei müsste die Presse eigentlich hinterfragen und sich auch gegen den Trend stellen.
Mitschuld an der Finanzkrise? (Kultur, Medien, NZZ Online)
Das Buch bei Amazon:
Bad News: How America’s Business Press Missed the Story of the Century [Gebundene Ausgabe]
(Der Artikel in der NZZ ist schon etwa älter, aber durchaus noch interessant …)