IMHO eine völlige Fehleinschätzung.
Die Mittelmeerstaaten haben allesamt mehr oder weniger tiefe Handelsbilanzdefizite und das seit Menschengedenken, Irland hingegen ist eine Volkswirtschaft, die extrem exportgetrieben ist. Stärker noch als die deutsche.
Daher haben Sparmaßnahmen in Irland ganz andere Auswirkungen als in Spanien oder Griechenland. Die Sparmaßnahmen dämpfen ja bekanntlich die Binnenkonjunktur eines Landes, auch in Irland. In Irland aber können die Exporte völlig unabhängig von den Sparmaßnahmen weiter wachsen. Wenn die Sparmaßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen steigern, kann der Export sogar beflügelt werden.
In Ländern wie Griechenland, die nur wenig zu exportieren haben, schlagen Sparmaßnahmen nahezu vollständig auf die Binnenkonjunktur durch. Daher muss das Land, wenn ein großes Haushaltsloch “weggespart” werden soll, durch ein viel tieferes Tal marschieren als zum Beispiel Irland.
Dass selbst im Wall Street Journal Irland und die Mittelmeerländer in einen Topf geworfen werden, ernüchtert mich dann doch etwas. Die Länder sind IMHO überhaupt nicht vergleichbar, daher kann man die Maßnahmen auch nicht vergleichen.
Southern Europe Could Learn from Ireland - WSJ.com
Zum Thema Irland und warum Irland es schaffen kann, siehe auch ein älteres Posting von mir:
Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Zur Verteidigung Irlands …