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9:58 am • 17 Mai 2013
Emnid-Umfrage: Große Mehrheit gegen höhere Spitzensteuersätze Das ist (für mich) erstmal eine Überraschung. Nur 14% finden, dass der aktuelle Spitzensteuersatz von 45% zu niedrig ist. 4% haben keine Meinung. Satte 63% glauben, dass 45% in Ordnung sind, 19% halten ihn sogar für zu hoch. Hmm, hat Emnid vielleicht Mist gebaut? Ist der Auftraggeber INSM vielleicht Schuld und hat die Fragen in die gewünschte Richtung gelenkt? Hier könnte man nach den Erfahrungen bei vielen Umfragen der Qualitätsmedien durchaus skeptisch werden … Die Transparenz der INSM ist aber vorbildlich und die Fragestellung wird nicht verheimlicht, sondern ganz offen kommuniziert: “Frage: In Deutschland gilt bisher für Alleinstehende ab einem Jahreseinkommen von ungefähr 53.000 Euro der Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Bei Jahreseinkommen über 250.000 Euro kommt zu diesen 42 Prozent eine sogenannte Reichensteuer von 3 Prozent dazu. Der Spitzensteuersatz beträgt dann also 45 Prozent. Finden Sie diesen Steuersatz zu hoch, zu niedrig, oder finden Sie diesen Steuersatz angemessen?” Kritik habe ich an dieser Fragestellung nicht. Und dass ein Umfrageinstitut wie Emnid ein halbwegs repräsentative Umfrage hinbekommt, darf man denen schon zutrauen. Was dann vielleicht etwas komisch ist: Bei der Frage oben sind nur 14% der Meinung, dass der Spitzensteuersatz zu niedrig ist. Bei der folgenden Frage: “Bisher gilt für Singles ein Steuersatz von 45 Prozent ab 250.000 Euro Jahreseinkommen. Die Grünen wollen einen Steuersatz von 45 Prozent bereits ab 60.000 Euro Jahreseinkommen erheben. Jahreseinkommen ab 80.000 Euro sollen 49 Prozent zahlen. Was ist Ihre Meinung dazu?” sagen auf einmal 32%, dass sie “eher dafür” seien. Obwohl nur 14% den Spitzensteuersatz für zu niedrig halten, sind plötzlich 32% eher für die Erhöhung des Spitzensteuersatzes. Das passt jetzt mal nicht so wirklich zusammen … Es kippen ja doch eine ganze Menge Leute von “angemessener Spitzensteuersatz” auf “Erhöhung OK”. Kann man vielleicht Umfragen zu solch komplexen Themen überhaupt nicht vertrauen? (via Große Mehrheit gegen höhere Spitzensteuersätze) 3:48 pm • 16 Mai 2013
— Leserbriefe zum Lucke-Interview: Liebe AfD-Freunde … - Deutschland - Politik - Handelsblatt 1:48 pm • 16 Mai 2013
Das ist als Einführungsartikel ganz brauchbar. Der Artikel erläutert ganz gut, was dahinter steckt (Menschenbild), zur Finanzierung gibt es nur relativ wenig Konkretes: “Ein hohes Grundeinkommen bedingt hohe Steuersätze, ein niedriges Grundeinkommen ermöglicht tiefe Steuersätze. Hohes Grundeinkommen und hohe Steuersätze verringern den Anreiz zu arbeiten, tiefes Grundeinkommen und tiefe Steuersätze verstärken den Anreiz zu arbeiten.” Okayer Artikel, der Straubhaar hat schon Dümmeres geschrieben. Dazu demnächst mehr ;-) Parteitag : Warum Grundeinkommen gut zu den Piraten passt - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT 8:30 am • 16 Mai 2013
43.845.000 US-Dollar. Mir scheint etwas zu viel Geld im Umlauf zu sein … (via Barnett Newman - Sotheby’s) © 2013 Sotheby’s 10:20 am • 15 Mai 2013
Positives Wachstumsimpulse kamen ausschließlich aus dem privaten Konsum. Beim schwachen Wachstum muss man allerdings das sehr winterliche Wetter berücksichtigen, dass gerade im Bau das Wachstum drückte. Auf den ersten Blick ist Deutschland damit ganz knapp an einer Rezession vorbeigeschrappt (1 Quartale mit BIP Minus nacheinander), allerdings muss man dafür großzügig über die Korrektur das Vorquartals hinwegsehen. Das BIP wird nämlich nun bei -0,7% gesehen, was 0,1 Prozentpunkte mehr sind als in der letzten Schätzung. Rechnet man diese Senkung des Ausgangsniveaus mit in die Änderung herein, hätte es kein Wachstum im 1. Quartal 2013 gegeben. Aber für solche Spitzfindigkeiten ist es eigentlich zu früh, denn die Zahlen für das erste Quartal stellen nur eine Vorabschätzung da. Diese können (und werden) sich noch ändern … Im Jahresvergleich liegt die deutsche Wirtschaft nun im Minus. Drei Quartale mit Mini-Wachstum steht ein Quartal (Q04-12) mit einem dicken Minus gegenüber. Insgesamt liegt das Jahresminus bei 0,25%. (Ob die Eurostat das so berechnet wie ich, weiss ich nicht. Dort gibt es die Zahlen noch nicht, obwohl sie im Veranstaltungskalender angekündigt sind. Schlafnasen …) 9:31 am • 15 Mai 2013
Wie es in Beichuan 5 Jahre nach dem Erdbeben aussieht … Grütz … Ort absichtlich nicht wieder aufgebaut, weil “zu gefährlich”. Das kommt davon, wenn man das über Tumblr liest, aber das Original verlinkt (und das nicht liest). Danke an den Kommentargeber! (via The Ruins of Beichuan, 5 Years Later - Economic Observer Online - In-depth and Independent) 8:47 am • 15 Mai 2013
Ziemlich interessante Überlegungen, wenn auch noch nicht spruchreif. Die EU hat Angst, dass Großanleger bei Banken einen Bankrun auslösen, wenn Einlagen ab 100.000 Euro nicht versichert sind. Also sollen auch diese höheren Einlagen abgesichert werden. Dagegen ist erst einmal wenig einzuwenden, denn die Auswirkungen sind für eine Bank die gleichen, egal ob 100.000 Sparer 10.000 Euro abheben oder 1.000 Sparer 1.000.000 Euro: Die Bank hat in beiden Fällen ein Problem … Die Leidtragenden der angedachten Änderung wären die Gläubiger der Bank, also die Anleger, die der Bank über Bankanleihen wie Bankobligationen Geld geliehen haben. Diese würden im Fall einer Pleite erst nach den Sparern Geld aus der Verwertung bekommen; erst die Sparer, dann die Gläubiger. Das wäre also genau das Gegenteil von dem, was in Zypern passiert ist. Dort wurde nur auf die Spareinlagen oberhalb von 100.000 Euro zugegriffen, die Bankanleihen hingegen wurden komplett verschont (wie die ersten 100.000 Euro Spareinlagen auch). Für eine systematische Behandlung von Bankpleiten sprechen diese ganzen Überlegungen nicht. Das ist mehr oder weniger reine Willkür. Einmal sollen die Gläubiger zuerst leiden, dann vorrangig die Sparer. Einmal sollen alle Sparer geschnitten werden, dann nur die mit hohen Einlagen. Seit mehr als 5 Jahren fordern alle Politiker ein Framework für die Abwicklung von insolventen Banken, weitergekommen sind wir bisher nicht einen einzigen Schritt … 8:30 am • 15 Mai 2013
Ich hatte ja einige Zeit lang relativ regelmäßig Photostrecken aus Detroit, den sogenannten Ruinenpr0n: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Häuser für einen Dollar (!), Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Die romantische Seite der Krise, David Byrne (ExTalking Heads) berichtet über den Verfall von Detroit - egghat’s not so micro blog, … Selbst wenn das teilweise auch Übertreibungen der Journalisten waren (siehe Nochmal zum “wählerischen” Journalismus über Detroit - egghat’s not so micro blog) … Es sind einfach zu viele Arbeitsplätze in der Automobilindustrie weggefallen, und in der Folge zu viele Menschen weggezogen. Zwar probierte Detroit eine Reihe kreativer Gegenmaßnahmen (u.a. einen von der Stadt gesponsorten Einzug in leer stehende Häuser; siehe Detroit: Zieh ein und du bekommst Geld dafür - egghat’s not so micro blog oder Nochmal eine Detroit Doku: Gemüse statt Autos. - egghat’s not so micro blog), aber ohne Arbeitsplätze nützt auch sowas nur wenig. Die Einwohnerzahl Detroits hat sich seit dem Höhepunkt der amerikanischen Automobilindustrie in den 50er Jahren mehr als halbiert. Allein in diesem Millenium sank die Einwohnerzahl um mehr als 25%. Da ist Nun sitzt die Stadt auf einer Infrastruktur, die für knapp 2 Millionen Einwohner ausgelegt ist, hat aber nur noch 700.000 Einwohner, die Abgaben bezahlen (wenn sie denn zahlen, denn 1/3 lebt in Armut). Ganz nebenbei fressen die Zinsen für die gut 8 Milliarden Dollar hohen Schulden einen ganzen Teil des Haushalts des Etats auf. Da ist man als Politiker relativ machtlos … Nun kreist der Pleitegeier (oder ein ganzer Schwarm Pleitegeier) über Detroit, auch der bereits eingesetzte Insolvenzverwalter sieht kaum noch Chancen für eine Rettung. Was aber hart gesottene Investoren nicht abschreckt. Diese sehen wie immer Spekulationsmöglichkeiten … Über Detroit kreisen die Geierfonds • format.at 10:11 pm • 14 Mai 2013
"Auch ich habe einen Eindruck von dieser Diskussion gewonnen, den ich so zusammenfasse: Mit dem Fischen am rechten Rand war die AfD bereits erfolgreich. Anders kann ich mir Kommentare, die beispielsweise unsere Berichterstattung mit der Propaganda eines Joseph Goebbels vergleichen, nicht erklären."
Das passt ja mal so gar nicht zum Wirtschaftswunder in China, zum Immobilienboom und einer Partei, die sich angeblich um ihr Volk kümmert."Das Jugendwort des Jahres löst bei seiner Bekanntgabe stets Verwunderung aus, doch es sollte nachdenklich stimmen, dass wir junge Menschen so selten in ihrer eigenen Sprache sprechen hören."
